Zurück

25.03.2015

Nationales Naturerbe trifft auf Landesgartenschau Landau

Sie sind zu stattlichen Erscheinungen herangewachsen:
Weiße Maulbeerbäume wachsen in Sichtweite zur
Landesgartenschau Landau auf dem Ebenberg – einer Fläche, die
zum Nationalen Naturerbe zählt und die der Bund an die
gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(DBU), die DBU Naturerbe GmbH, übertragen hat. Die
Nationalsozialisten wollten mithilfe der Maulbeerbaumblätter
Seidenspinner-Raupen züchten. Deren Seide sollte für Fallschirme
genutzt werden. Doch der Versuch scheiterte. Jetzt schafft die
Baumart eine Verbindung von der Fläche des Nationalen Naturerbes
zur Landesgartenschau: Heute hat der Niederlassungsleiter der
Fielmann AG in Landau, Hanns-Ulrich Stephan, acht junge
Maulbeerbäume an den Geschäftsführer der Landesgartenschau,
Matthias Schmauder, und dem Vertreter der DBU-Tochter, Dr.
Christoph Abs, übergeben. Als Baumhain im Dreieck gepflanzt
sollen sie Besucher zum Verweilen einladen, um sich an einem
Pausentisch über die Tier- und Pflanzenwelt auf der DBU-
Naturerbefläche Ebenberg zu informieren.

Eine Attraktion der Landesgartenschau Landau ist der „EngergieSüdwest-
Aussichtsturm“ am südlichen Rand des Geländes. Von hier aus haben
Besucher einen schönen Blick über die DBU-Naturerbefläche Ebenberg. Am
Fuße des Turmes haben die GTL Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf im
Auftrag der DBU-Tochter einen Infopoint geplant: „Ein Baumhain war
immer schon ein Ort zum Verweilen, an dem wir uns treffen und
austauschen können“, erläutert Abs. Ein knapp drei Meter langer
Pausentisch mit sieben Stühlen soll in dem Ensemble als Informationsquelle
dienen: Auf die Tischplatte werden Besucher zum Veranstaltungsstart
Wissenswertes über den angrenzenden Ebenberg finden. „Wenn die
Landesgartenschau hier endet, können wir die Infomöbel abbauen und auf
unserer Fläche weiter nutzen“, erläutert Abs das Konzept. Verbleiben
würden der Baumkreis und die Schotterung, die Teil des natürlichen
Bodengefüges werde. 2

Seit Jahrzehnten engagiert sich Fielmann im Umwelt- und Naturschutz,
über eine Million Bäume habe das Unternehmen bereits gesponsert – viele
davon im Rahmen des DBU Naturerbe-Projektes „Wald in Not“. „Wir
pflanzen Bäume nicht für uns, wir pflanzen Bäume für nachkommende
Generationen. Und so hoffe ich, dass noch viele Kinder an diesem Grün
Freunde haben werden“, sagt Augenoptikermeister Stephan. In diesem Fall
sollen die acht Weißen Maulbeerbäume helfen, eine Verbindung von der
Landesgartenschau zu der DBU-Naturerbefläche zu schaffen: „In der
Auseinandersetzung mit unseren Pflanzenwelten und der Schönheit des
Naturschutzgebietes schaffen wir Naturerlebnisse, an die sich unsere
Besucher erinnern“, meint Schmauder.
Durch die langjährige militärische Nutzung und regelmäßige Beweidung
haben sich auf dem 196 Hektar großen Ebenberg vielfältige, kleinflächige
Lebensräume als Rückzugsort für seltene Arten entwickeln können. Rund
700 Schafe sorgen auch heute dafür, dass aufkommende Gehölze die
offenen Bereich nicht überwuchern. Die DBU-Tochter hat den Ebenberg
2008 vom Bund übernommen und betreut mittlerweile 47 Naturerbeflächen
mit rund 60.000 Hektar in neun Bundesländern. Sie versteht sich als Treu-
händerin für das Nationale Naturerbe und will es möglichst in einem ver-
besserten Zustand nachfolgenden Generationen übergeben. Auf den Flä-
chen sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt,
Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung
überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und
Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten wer-
den. Das Bundeskabinett hatte mit der Verabschiedung der „Nationalen
Strategie zur biologischen Vielfalt“ 2007 deren Bedeutung für das menschli-
che Leben betont.