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10.09.2015

Angebot der Kirchen stößt auf positive Resonanz

„Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zentrales Thema für den christlichen Glauben. Die Landesgartenschau bietet eine gute Gelegenheit, die Schönheit und Schutzwürdigkeit der Natur mit allen Sinnen zu erfahren“, würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Einsatz der zahlreichen Ehrenamtlichen im ökumenischen Angebot „Himmelgrün“ rund um den Kirchenpavillion. An seinem Weihetag am Fest Mariä Geburt (8. September) tagte er mit seinem Beraterstab, dem Allgemeinen Geistlichen Rat, auf dem Gelände der Landesgartenschau in Landau.

„Wir stoßen mit unseren Angeboten auf großes Interesse“, berichtete Pastoralreferentin Christine Lambrich über das „Himmelgrün“-Angebot, zu dem täglich zwei Andachten, so genannte „Himmelgrüne Atempausen“, um 12 Uhr und um 17 Uhr gehören. „In der Regel nehmen daran zwischen 40 und 50 Besucherinnen und Besucher teil, darunter auch viele, die in ihrem täglichen Leben mit der Kirche wenig zu tun haben.“ Das vom Bistum Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz gemeinsam entwickelte „Himmelgrün“-Programm umfasst rund 1000 Einzelveranstaltungen. Das Spektrum reicht von Mundartgottesdiensten über Gospelworkshops und spirituelle Spaziergänge bis hin zu Kinderbibeltagen und Familienbastelnachmittagen. „Dabei knüpfen wir bewusst an die Tradition der Kirche an und laden zum Mitmachen ein“, erklärte Christine Lambrich. So hatten die Besucherinnen und Besucher an Fronleichnam zum Beispiel Gelegenheit, selbst Blumenteppiche zu legen. Zum Fest Mariä Himmelfahrt konnte man erfahren und selbst ausprobieren, wie man einen Würzwisch bindet. „Manche Besucher waren schon eine Stunde früher da, als es überhaupt losging“, freut sich Christine Lambrich über das große Interesse und „die vielen intensiven Gesprächen“, die sie und ihr Team an diesen Tagen geführt haben. Bei herausragenden Einzelveranstaltungen wie zum Beispiel dem Diözesantag der Katholischen Frauengemeinschaft oder den Kita-Tagen ging die Besucherzahl weit über 1.000. „Wir haben am Kirchenpavillion keine Tür, keine Klinke und keine Pforte“, betrachtet Christine Lambrich die Niedrigschwelligkeit des „Himmelgrün“-Angebots als einen Grund für die positive Resonanz. „Viele Besucher, aber auch viele Mitwirkende haben uns rückgemeldet, dass die Präsenz der Kirchen auf der Landesgartenschau ihrem Wunsch und ihrer Hoffnung nahe kommt, dass Kirche auch ganz anders sein kann und anders sein soll.“

„An keinem einzigen Tag kam die Musik vom Band“

Zu diesem Erfolg haben vor allem zahlreiche Ehrenamtliche beigetragen. So haben sich rund 120 Frauen und Männer als Ansprechpartner am Kirchenpavillion zur Verfügung gestellt. Weitere 60 helfen bei der Gestaltung der Andachten mit, die von Organisten aus Landau und Umgebung musikalisch begleitet werden. „Wir mussten an keinem einzigen Tag auf Musik vom Band zurückgreifen“, ist Christine Lambrich stolz auf das vielfältige Engagement. Mehr als 70 Personen haben ehrenamtlich in den Arbeitsgruppen mitgewirkt, die zum Beispiel die Themenwochen vorbereitet haben. „Dabei ist auch die Ökumene ein gutes Stück vorangekommen. Oft saßen Menschen, die zum gleichen Thema arbeiten, bei der Planung der Programmangebote für die Landesgartenschau erstmals gemeinsam an einem Tisch.“

„Der Kirchenpavillion lockt viele Besucherinnen und Besucher auf die Landesgartenschau“, bestätigte auch Matthias Schmauder, der Geschäftsführer der Landesgartenschau. „Es ist Ihnen gelungen, ein interessantes und umfassendes Programm zusammenzustellen“, sagte er an die Adresse der Verantwortlichen in Bistum und Landeskirche und verband damit seinen Dank für die Beteiligung der beiden Kirchen an der Landesgartenschau.

„Wir können uns nur treu bleiben, wenn wir uns verändern“

Bischof Wiesemann und der Allgemeine Geistliche Rat feierten nach ihrer Sitzung mit den Besucherinnen und Besuchern eine Mittagsandacht am Kirchenpavillion. Dabei ging Generalvikar Dr. Franz Jung auf das Fest Mariä Geburt ein. „Maria steht für den Glauben, dass Gott alles zum Guten führt.“ In ihr habe Gott einen neuen Anfang gesetzt, der zugleich einen Bruch mit dem Bisherigen bedeutet. „Wir können uns nur treu bleiben, wenn wir uns verändern“, betonte der Generalvikar. Das gelte auch für den Erneuerungsprozess des Bistums Speyer. Die Jungfräulichkeit Marias stehe für eine Haltung, das ganze Leben über empfänglich zu sein und es im Vertrauen darauf anzunehmen, dass „im Durchleben etwas ganz Neues beginnt“.

Die Landesgartenschau wie auch das Himmelgrün-Programm geht noch bis zum 18. Oktober. Am Kirchenpavillion und teilweise auf den Bühnen präsentieren das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz ein umfangreiches kirchliches und kulturelles Programm. Den ökumenischen Abschlussgottesdienst am 18. Oktober zelebrieren Weihbischof Otto Georgens und Oberkirchenrat Manfred Sutter.